Chwo Chwo – (k)eine bemerkenswerte Persönlichkeit?!

Inhaltsverzeichnis

1. Chow Chow Fakten im Überblick

2. Wie sieht er aus und was macht ihn aus?

3. Vom Gebrauchs- zum Luxushund – Zur Herkunft und Geschichte des Chow Chows

4. Bürsten ist das halbe Leben- oder wie du sein prächtiges Fellkleid bewahrst

5. Vielfraß oder Gourmet? Die Ernährung deines Chow Chows

6. Ab zum Tierarzt?

7. Ein Welpe zieht ein – wie aus dem Segen kein Fluch wird

8. Es kann auch mal etwas daneben gehen – Die Stubenreinheit

9. Ganz bestimmt eine bemerkenswerte Persönlichkeit!

10. Wissenswertes zur Zucht des Chow Chows

11. Der Chow Chow im Vergleich

Das ist kein Hund, das ist ein Chow Chow“. Diese und ähnliche Aussagen begegnen einem zwangsläufig, beschäftigt man sich ein wenig näher mit dieser sehr besonderen Hunderasse. Aus China kommend, erobert er bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Europa. Ausgehend von europäischen Heimat Großbritannien avancierte er schnell zum Luxushund, was mitunter auf sein auffälliges Äußeres gepaart mit seinem stolzen Auftreten zurückzuführen ist. Sein einprägsamstes Merkmal ist wohl seine blau gefärbte Zunge, doch macht den Chow Chow vor allem sein außergewöhnlicher Charakter aus. Hektik und Ungeduld sind im Umgang mit ihm ebenso kontraproduktiv wie Inkonsequenz oder gar körperliche Bestrafung. Wenn du allerdings deinem Chow Chow den Freiraum einräumt, den gerade diese Rasse beständig einfordert, dann wird deine Belohnung ein treu ergebener Partner sein, der nicht nur durch sein stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein besticht. Als Familienhund eignet er sich demnach nur bedingt, da er dazu neigt, sich stark auf eine Person zu fixieren und den anderen Familienmitgliedern mitunter distanziert und ignorant gegenüber treten kann.



Chow Chow Fakten im Überblick:

Ursprung: Nördliches Asien/ Volksrepublik China

Größe: Rüden 48-56 cm, Weibchen 46-51cm

Gewicht: Rüden 25-32kg, Weibchen 20-27kg

Farben: Schwarz, Blau, Rot, Creme, Rehfarbe, Zimt, Weiß

Charaktereigenschaften: loyal, stur, unnahbar, zurückhaltend, selbstbewusst, eigenständig, ruhig

Wie sieht er aus und was macht ihn aus?

Chow Chow Hund auf einer Wiese

Chow Chow auf einer Wiese

Der Chow Chow ist ein mittelgroßer Hund. Er besitzt insgesamt einen stämmigen Körperbau mit kräftigen Läufen und rundlichen Pfoten. Das Gewicht von Rüde und Hündin weicht relativ stark voneinander ab, Rüden können damit um die zehn Kilo mehr wiegen als ihre weiblichen Vertreter. Seine in Falten gelegte Stirn, seine runden und weit auseinander stehenden Ohren sowie seine recht kleinen Mandelaugen verleihen ihm einen freundlichen Ausdruck, der nicht selten an einen Bären erinnert. Sein dichtes Fell setzt sich aus einer sehr feinen und weichen Unterwolle und einem eher rauen Deckhaar, welches gerade absteht, zusammen. Das Deckhaar kann sowohl in Kurzform als auch in Langform vorkommen, wobei es sich bei der Langhaarvariante zu einer löwenähnlichen Mähne rund um den Hals aufbauscht. Seine buschige Rute trägt der Chow Chow hochgestellt über dem Rücken wobei deren Spitze gegen den Kopf zeigt. Ein weiteres äußeres Merkmal, welches ihn von vielen seiner Artgenossen unterscheidet, ist die mal mehr und mal weniger starke Blaufärbung von Zunge, Zahnfleisch, Gaumen und Lefzen.

Sein Auftreten ist stets von einer würdevollen und stolzen Haltung bestimmt, die durch seinen gestelzten Gang noch zusätzlich unterstrichen wird. Passend zu seinem Auftreten ist auch sein Charakter von Selbstbewusstsein und Eigenwilligkeit geprägt, welches eine frühzeitige und konsequente Erziehung deinerseits erforderlich macht. In seinem persönlichen Revier ist er äußerst wachsam, dabei aber nie laut. Auf Spaziergängen entpuppt er sich als lebhafter und lauffreudiger Hund, welcher auch durchaus Freude an der Jagd zeigen kann und deshalb nicht aus den Augen gelassen werden sollte. Wer den Kadavergehorsam von seinem Chow Chow erwartet, ist hier jedoch an der falschen Adresse. Er ist seinem Menschen zwar zugetan, auf die Forderung nach sklavischer Ergebenheit wird er sich jedoch nicht einlassen. Wer sich mit der Zielvorstellung eines abgerichteten Arbeitshundes an den Chow Chow wendet, wird also zwangsläufig enttäuscht werden.

Die Lebenserwartung des Chow Chow liegt je nach Pflege und Lebensumständen bei bis zu 14 Jahren. Hierbei bist du es, der maßgeblich dazu beiträgt deinem Hund ein möglichst langes und dabei qualitativ hochwertiges Leben zu ermöglichen. Dazu gehören in erster Linie Maßnahmen wie die richtige Ernährung, angemessene und ausreichende Bewegung, regelmäßige Tierarztbesuche und eine sinnvolle Beschäftigung. Der Pflege im Alter solltest du dabei besondere Aufmerksamkeit schenken. Ein Hund dessen einziges Highlight am Tag unzählige Leckerlis sind, wird davon nicht nur dick sondern langweilt sich, im wahrsten Sinne des Wortes, zu Tode. Aber auch Überforderung kann zu einem ernsten Problem werden. Deinem Chow Chow solltest du darum stets genug Zeit für sich zur Verfügung stellen. Dafür solltest du unbedingt Ruhezonen und Rückzugsorte für deine Fellnase einrichten. Hier kann auch ein eigener Garten, in dem er stundenweise alleine sein darf, seinem Bedürfnis nach Freiheit und Eigenständigkeit entgegenkommen. Zuletzt solltest du noch an die soziale Komponente denken, denn Hunde sind hoch soziale Tiere die in der Natur ihr Leben am wahrscheinlichsten im Rudel verbringen würden. Zwar kann man den Chow Chow als eigenbrötlerisch bezeichnen, ganz ohne den Kontakt zu seinen Artgenossen kann aber auch er nicht glücklich werden. Wir empfehlen daher eine frühzeitige Sozialisierung gegenüber seinen Artgenossen.

Vom Gebrauchs- zum Luxushund – Zur Herkunft und Geschichte des Chow Chows

Der Chow Chow zählt zu den ältesten bekannten Hunderassen. Die auffällige blaue Färbung seiner Zunge legt es nahe, ihn zu den Ur-Hunderassen zu zählen. Er kann dabei den nordischen Hunden vom Spitztyp zugeordnet werden.

Erste bildliche Darstellungen dieser Rasse lassen sich bereits zu Zeiten der chinesischen Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) finden. Ursprünglich im nördlichen Asien beheimatet und in der Mongolei gezüchtet, gelangte er vermutlich von dort aus in das damalige Kaiserreich China. Als Gebrauchs- und Begleithund kam er auf vielfältige Weise zum Einsatz. Als ein Hund des Volkes zog er Schlitten durch die Tundren der nördlichen Provinzen, begleitete seine Besitzer bei der Jagd oder musste seine Fähigkeiten als Hütehund unter Beweis stellen. Auch wurde er am chinesischen Kaiserhof als Zierhund gehalten, es kam jedoch vermutlich den wenigsten Chows ein solch luxuriöses Leben zu. Um 1880 wurde er erstmals nach Großbritannien eingeführt und ab 1887 mit der Zucht begonnen, was sieben Jahre später (1894) zur einer Anerkennung vom britischen Kennel Club führte.

Vermutlich wegen seines europäischen Rufs als Luxushund, gehört er auch heute noch zu den am seltensten bei uns anzutreffenden Hunderassen, obwohl der Chow Chow auch in Deutschland schon ab den zwanziger Jahren aktiv gezüchtet wurde. Die europäische Zuchtform, die er zu diesem Zeitpunkt bereits angenommen hatte, war im chinesischen Kaiserreich jedoch völlig unbekannt. Den europäischen Schönheitsidealen angepasst, züchtete man den uns bekannten Chow Chow mit weniger spitzem Kopf, kürzerer Mähne, größeren und spitzeren Ohren und einem weniger voluminösen Fang.

Über die Herkunft und die Bedeutung seines Namens ist man sich bis dato nicht einig. Es gibt unterschiedliche Vermutungen, welche von einer Persiflage auf das chinesische Wort „Gou“, welches übersetzt schlicht Hund bedeutet, bis hin zum Ausdruck „tschau-tschau“ welcher der gemischten Handelssprache Pigdin Englisch entspringt und demnach „Leckerbissen“ bedeutet, reichen. Die letztgenannte Vermutung basiert auf der Annahme, dass Chow Chows auch zum Zwecke der Lebensmittel- und Pelzgewinnung gehalten wurden.



Chow ChowBürsten ist das halbe Leben- oder wie du sein prächtiges Fellkleid bewahrst

Chow Chow Hund in einer Hofeinfahrt

Chow Chow auf einem Gehweg

Aufgrund seines dichten Fells, solltest du deinen Chow Chow täglich bürsten. Einmal pro Woche steht eine intensive Fellpflege an bei der auch lose Haare aus der Unterwolle entfernt werden sollten, hierzu eignen sich spezielle Bürsten und Kämme. Auf das regelmäßige Baden deines Hundes solltest du wenn möglich verzichten, wie auch andere Hunde besitzt der Chow Chow eine natürliche, schmutzabweisende Fettschicht die sich um jedes einzelne seiner Haare legt. Durch zu häufiges Baden kann diese zerstört werden was sich wiederum negativ auf das Fellkleid auswirkt. Anders sieht es bei einer sehr starken Verschmutzung des Fells oder einem Bad als unterstützende Maßnahme während der Zeit des Fellwechsels aus. Durch intensives Auskämmen der Haare nach dem Bad, hilfst du deinem Hund den Wechsel seines Fells, der für gewöhnlich im Frühling und Herbst ansteht, zu beschleunigen. Du solltest hierbei jedoch auf schonende und stark rückfettende Reinigungssubstanzen zurückgreifen um die Haut deines Hundes zu schützen und seinem Fell einen natürlichen Glanz zu verleihen. Im Sommer leiden viele Chow Chows unter allzu großer Hitze, hier können eine abkühlende Dusche, Kühldecken oder Kühlhalsbänder Abhilfe schaffen. In den heißen Sommermonaten solltest du außerdem darauf achten, dass dein Chow Chow genügend trinkt und seine Rute, an den Stellen an denen sie auf seinem Rücken aufliegt, keine Hautreizungen durch Reibung verursacht.

Chow ChowVielfraß oder Gourmet?

Bei der Fütterung deines Hundes solltest du in erster Linie auf eine ausgewogene Ernährung achten. Je nach Größe und Gewicht deines Hundes fällt auch die Menge an Futter aus die du aufwenden musst. Ein Hund von 25kg kann, je nach Beschaffenheit des Futters, 500 bis 875g Futter pro Tag verbrauchen. Die Wahl hast du hier zwischen industriell gefertigtem Trocken- und Nassfutter, der Rohfleischfütterung (Informationen dazu findest du hier → Barf) oder einem individuellen Konzept, bei dem du selbst für deinen Hund kochst oder angesprochene Fütterungsarten miteinander kombinierst. Hier sollten die persönlichen Vorlieben des jeweiligen Hundes beachtet werden sowie sein medizinischer Allgemeinzustand, welcher eine bestimmte Art der Fütterung erforderlich machen kann.

Ab zum Tierarzt?

Um solche Fragen zu klären, sind regelmäßige Besuche beim Tierarzt unerlässlich. In bestimmten Abständen stattfindende Impfungen und Entwurmungen, bei denen auch der Allgemeinzustand deines Chows Chows gecheckt wird, solltest du also fest in deinem Terminkalender einplanen. Auch unvorhergesehene Krankheiten oder Unfälle sollten stets im Hinterkopf behalten werden. Ein gut ausgewählter Tierarzt, dem du und dein Hund vertrauen, ist hier goldwert.

Ein Welpe zieht ein – wie aus dem Segen kein Fluch wird

Chow Chow Hundewelpen

Chow Chow Welpe

Alle Hundeliebhaber kennen dieses Gefühl. Ein Hundewelpe lässt unser Herz gleich höher schlagen und versetzt selbst den stärksten Mann in Verzückung. So süß, so klein, so weich, so niedlich. Gerade ein Chow Chow Welpe ist an Niedlichkeit kaum zu überbieten. Mit dieser ist es jedoch schnell vorbei, ist er erst einmal erwachsen und hat sich als Herrscher über „seine“ Menschen aufgeschwungen. Dann werden Möbel zerstört und Schuhe zerkaut, das teure Sofa markiert oder auch mal ein Haufen auf die Tagesdecke gesetzt. Damit es nicht genau zu diesen, für den Menschen unangenehmen und unerwünschten Verhaltensweisen kommt, solltest du frühzeitig mit der konsequenten Erziehung deines Welpen beginnen. Dabei sollte Konsequenz in keinem Fall mit körperliche Bestrafung und/oder erzieherischer Härte gleichgesetzt werden! Vielmehr geht es um eine klare Absprache zwischen dir und deinem Hund. Er muss sich auf dich in jeder Situation verlassen können. Nimm ihm vor allem die wichtigen Entscheidungen des Alltags ab, bevor er beschließt, sie für euch beide zu treffen. Dazu gehören bereits Kleinigkeiten. Wer geht zuerst durch die Haustür hinaus und checkt die Umgebung nach möglichen Gefahren? Du! Wer begrüßt den Besuch zuerst? Du! Spielzeuge, sofern er daran interessiert ist, sollten deinem Hund genauso wenig zur freien Verfügung stehen wie der unbegrenzte Zugang zu Futter. Woher soll er wissen, dass das schöne Sofakissen nicht ihm gehört wenn in seinem Körbchen doch stets alle Kissen zum zerfleddern und darauf herumkauen frei gegeben sind? Die Einteilung seines Futters hilft dir das Gewicht deines Chow Chows zu kontrollieren und eröffnet dir die Möglichkeit, ihm geistige Abwechslung zu verschaffen. Auf Futter basierte Such- und Versteckspiele, bei denen er zusätzlich auf deine Hilfe zum Erreichen des Ziels angewiesen ist, festigen eure Bindung und trainieren das Gehirn deines Chows.

Es kann auch mal etwas daneben gehen – Die Stubenreinheit

Der Chow Chow ist ein von Natur aus sehr reinlicher Hund. Das befähigt ihn auch dazu, sehr schnell stubenrein zu werden. Die meisten Chows sind schon im Welpenalter stubenrein, jedoch wird kein Hund stubenrein geboren und es hängt auch hier wieder von dir als Besitzer ab, diese Veranlagung zu fördern und auch bei anfänglichen Missgeschicken einen kühlen Kopf zu bewahren.

Ganz bestimmt eine bemerkenswerte Persönlichkeit!

Wie wir bis hierhin gesehen haben, lässt sich der anfänglichen Aussage „Das ist kein Hund, das ist ein Chow Chow“ in großen Teilen zustimmen. Die Persönlichkeit des Chow Chows ist einzigartig, wobei den rassespezifischen Verhaltensmerkmalen von Hund zu Hund unterschiedliche Gewichtungen zukommen können. So gibt es mit Sicherheit auch eher schüchterne Chows, oder solche, die gar nicht genug Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten bekommen können und sehr wenig Zeit für sich selbst brauchen.
Es lässt sich jedoch feststellen, dass der Chow Chow prinzipiell ein freiheitsliebendes und selbständiges Wesen ist, sich auf der anderen Seite jedoch stets loyal und anpassungsfähig gegenüber seinen Bezugspersonen zeigt. Diese Kombination macht es dem Besitzer zwar nicht immer leicht, was jedoch durch die Einzigartigkeit der Beziehung, sofern diese vorhanden ist, reichlich belohnt wird. Unterordnung und Grundgehorsam verdienst du dir bei ihm nur durch Liebe und Fairness. Wenn er dich jedoch für seine Liebe als würdig empfunden hat, geht er mit dir durch dick und dünn und wenn es sein muss bis ans Ende der Welt.
Viele Chow Chow Liebhaber vergleichen diese Rasse auch gerne mit einer Katze: stolz, überlegen, unabhängig und ihr eigener Herr. Wir kommen nicht umhin, auch dem Chow eine gewisse Tendenz in diese Richtung zu attestieren. Aber genau das macht ihn aus, er hat sich eine gewisse Ursprünglichkeit bewahrt, was ihn von vielen anderen Hunderassen unterscheidet. Er kann damit eindeutig zu einer der bemerkenswertesten Persönlichkeiten des Hundereiches gezählt werden.



Wissenswertes zur Zucht des Chow Chows

Nach ungefähr 60 Tagen ist es soweit, eine trächtige Chow Chow Hündin schenkt neues Leben. Ein Wurf des Chow Chows besteht aus bis zu fünf Welpen, jeder von ihnen wiegt zu Anfang seines Hundelebens gerade einmal um die 350g. Gezüchtet wird der Chow Chow nach einem internationalen und offiziellen Rassestandard (FCI-Gruppe 5). Dieser legt folgendes Erscheinungsbild fest: Der Körperbau ist kompakt, kurz und geschlossen und zugleich harmonisch. Dabei sind die wichtigen Proportionen einzuhalten. Optimal ist hier der gleiche Abstand von Widerrist bis zum Ellenbogen und vom Ellenbogen bis zum Boden. Eine löwenhafte Erscheinung und eine stolze und würdevolle Haltung werden hier ebenso gefordert wie eine gut über dem Rücken getragene Rute. Das Fellkleid soll nicht übermäßig entwickelt sein und dem Chow Chow ermöglichen, sich stets gut und frei bewegen zu können. Auch ein unnötig hoher Leidensdruck in Phasen warmer bis heißer Temperaturen kann so unterbunden werden. Seinem Wesen nach sollte er ruhig, dabei aber sehr wachsam, selbstständig und eigenwillig, jedoch gleichzeitig treu und zurückhaltend sein. Chow Chows neigen zur der Entwicklung von Ekzemen und leiden überdurchschnittlich häufig an einem Entropium, bei dem zu einer Einstülpung des Lidrandes kommt und es in dessen Folge eine ständige Reizung des Auges zu beobachten ist. Je nach Schweregrad muss diese auch operativ behandelt werden. Hunde, die Veranlagungen in diese Richtung besitzen, sollten daher möglichst nicht zur Zucht verwendet werden. Wie bereits angesprochen, können durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen alle möglichen Arten von Krankheiten frühzeitig erkannt und behandelt werden, bevor sie sich zu einem ernsthaften Problem entwickeln. Das Züchten von Chow Chows sollte demnach unbedingt durch erfahrene Hände erfolgen um eventuelle Fehl- und Qualzüchtungen zu vermeiden.

Der Chow Chow im Vergleich

Um dir ein noch deutlicheres Bild des Chow Chows zu vermitteln, möchten wir dir zum Abschluss an zwei Beispielen aufzeigen, inwiefern er anderen Hunderassen ähnelt und von welchen er sich stäker unterscheidet.

Shar Pei und Chow Chow:

Shar Pei und Chow Chow unterscheiden sich in ihrem Äußeren relativ stark voneinander. Jedoch teilen Sie die Blaufärbung des Maulraumes. Der Shar Pei besitzt ein deutlich kürzeres und sehr viel weniger voluminöses Fell und benötigt daher keine aufwändige Fellpflege. Besonders auffallend sind die die vielen Falten an Kopf, Widerrist und Schwanzansatz die das Äußere eines typischen Shar Peis ausmachen. Der Shar Pei ist ursprünglich, ähnlich wie der Chow Chow, in China beheimatet, stammt dort vermutlich aber aus den eher südlichen Provinzen. Auch seine Geschichte lässt sich bis in die Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) zurückverfolgen. So zählt er mit zu den ältesten uns bekannten Hunderassen. Im Wach- und Jagdverhalten lassen sich ebenfalls Parallelen zwischen Chow Chow und Shar Pei entdecken. Bei beiden sind diese Verhaltensweisen überdurchschnittlich stark ausgeprägt.

In ihrem Wesen ähneln sich beide Hunderassen, aber es lassen doch auch Unterschiede ausmachen. So gilt der Shar Pei als leichter erziehbar, da er insgesamt einfacher zu motivieren ist, als der Chow Chow. Jedoch ist der Charakter des Shar Peis ebenfalls von starkem Individualismus geprägt. Ähnlich dem Chow Chow, tritt er Fremden gegenüber reserviert und zurückhaltend auf. Erziehungsmethoden die auf Druck, Härte und Zwang basieren, führen auch beim Shar Pei niemals zum Erfolg. Sein stolzes Wesen lässt sich nur durch einen fairen und respektvollen Umgang erweichen. Es handelt sich in diesem Fall um eine weitere Rasse, die nur bedingt für Familien geeignet ist und möglichst in hundeerfahrene Hände gehört.

Pomeranian und Chow Chow:

Diese beiden Hunderassen besitzen zwar eine gewisse äußere Ähnlichkeit, unterscheiden sich charakterlich jedoch stark voneinander. Der Pomeranian, auch Zwergspitz genannt, stammt aus Europa und hatte in seinem Ursprung die Funktion eines Wachhundes. Mit einer Widerristhöhe von ca. 20 cm und einem Gewicht von etwa die 2 bis 3 kg ist er jedoch sehr viel kleiner und leichter als ein Chow Chow. Mit dem Chow Chow teilt er allerdings sein dichtes teddyartiges Fellkleid, seine stark ausgeprägte Wachsamkeit und sein selbstsicheres, zuweilen sogar arrogantes Auftreten.

Seinem Wesen nach ist der Pomeranian, im Gegensatz zum Chow Chow, gut als Familienhund geeignet. Er gilt als lebhaft und sehr menschenbezogen, kommt auch mit kleineren Kindern zurecht und genießt das enge Zusammenleben mit seiner Familie. Ein Schoßhund, wie es seine Größe vermuten lässt, ist er trotz alledem nicht. Gelehrig und klug wie er ist, liebt er es gemeinsam mit seiner Familie aktiv zu sein und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Die Erziehung eines Pomeranian sollte demnach nicht vernachlässigt werden, denn auch hier gilt: Ein gut erzogener Hund ist in erster Linie ein Hund, der sich voll und ganz auf seinen Besitzer verlassen kann.

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