Border Collie


Inhaltsverzeichnis

  1. Für wen eignet sich ein Border Collie?
  2. Vorstellung des Border Collie
  3. Lebenserwartung des Hundes und wie sie sich beeinflussen lässt
  4. Herkunft und Geschichte des Border Collie
  5. Pflege und Ernährung
  6. Erziehung
  7. Was macht den Border Collie so besonders?
  8. Der Border Collie in der Zucht
  9. Andere Hunderassen im Vergleich

Ein kurzer Pfiff ertönt. Pfeilschnell erhebt sich der Border Collie aus dem Gras. In geduckter Haltung, geradezu schleichend, kreist er im großen Bogen um eine Schafherde herum. Sein Blick ist fest auf die Wolltiere gerichtet. Auf Kommando des Schäfers treibt der kluge Hund die Herde in jede gewünschte Richtung. Er dirigiert sie über unwegsames Gelände und lenkt sie geschickt in ein Gatter. Border Collies sind begnadete Hütehunde und absolute Spezialisten, wenn es um das Hüten von Schafen geht.

Der Hirte für den Hütehund – für wen ist ein Border Collie geeignet?

Die idealen Haltern für Border Collies sind Schäfer mit einer Schafherde. Bei ihnen können die Hunde ihre Veranlagung ausleben und ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten beweisen. Auch Besitzer von Bauernhöfen oder Hobbylandwirte, die Nutztiere mit Freilauf haben, sind gut geeignet für die Haltung dieser Hunderasse. Border Collies hüten nicht nur Schafe, sondern auch Enten, Gänse, Hühner, Ziegen – selbst vor Kuhherden schrecken sie nicht zurück. Wenn du keine Herde hast und dementsprechend keinen Hütehund benötigst, solltest du dir gut überlegen, ob du einen Hund dieser Rasse möchtest. Denn Border Collies sind sehr anspruchsvoll. Sie wurden speziell für den Umgang mit Schafherden und für harte und ausdauernde Arbeit gezüchtet. Zweimal am Tag Gassi gehen, ein wenig spielen, fressen und danach gemütlich im Körbchen liegen, reicht einem Border Collie nicht aus. Er benötigt eine sinnvolle Beschäftigung. Wenn Hüten nicht möglich ist, eignet sich zum Beispiel die Arbeit als Therapie- oder Suchhund oder verschiedene Formen des Hundesports.

 

Bei einigen Hunden ist der Hütetrieb jedoch so stark ausgeprägt, dass sie nur bei einem Schäfer oder auf einem Bauernhof leben sollten. Border Collies sind sehr intelligente und gehorsame Hunde. Bei Veranstaltungen führen sie oft spektakuläre Tricks vor und erwecken den Eindruck, als gäbe es nichts, was diese Hunde nicht lernen könnten. Dadurch wurde ihre Rasse in den letzten Jahren immer beliebter. Doch fühlt sich der Border Collie unterfordert, wird er schnell zu einem Problem. Er zeigt dann unerwünschtes, zum Teil sogar aggressives Verhalten. Wenn du einen Border Collie halten möchtest, musst du dich viel mit ihm beschäftigen und ihm eine zweckmäßige Aufgabe geben. Diese Rasse ist nicht für Hundeanfänger, Stubenhocker und Menschen mit wenig Zeit geeignet.

Vorstellung des Border Collie

Border CollieEin Border Collie ist ein anmutiger, eleganter Hund von mittlerer Größe. Er hat einen ausgeprägten Arbeitswillen und eine beachtliche Ausdauer. Seine Intelligenz und seine Lernbereitschaft machen ihn zu einem perfekten Teampartner des Menschen. Werden diese Hunde artgerecht gehalten, sind sie ihren Besitzern treu und bedingungslos ergeben.
Ihr Fell ist entweder mittellang oder kurz und hat eine weiche, dichte Unterwolle. Dadurch sind die Hunde gut vor Regen und Kälte geschützt und kommen problemlos mit widrigen Wetterbedingungen zurecht. Border Collies gibt es in vielen verschiedenen Farbvarianten. Neben der bekannten schwarz-weißen Färbung kommen unterschiedliche Grau-, Braun- oder Rottöne vor. Die meisten Border Collies haben weiße Abzeichen, wobei das Weiß im Fell nicht überwiegen sollte. Nicht nur bei der Fellfarbe gibt es viele Ausprägungen, auch die Augenfarbe variiert bei Border Collies stark. Es gibt Hunde mit gelben, grünen, blauen, anthrazitfarbenen und braunen Augen. Einige Border Collies haben sogar zwei verschiedene Augenfarben.

Steckbrief:

Herkunftsland: Großbritannien
Größe: Rüden etwa 53 cm, Hündinnen etwas kleiner
Gewicht: 12 – 20 kg
Körperbau: gut proportioniert, geschmeidig wirkend und harmonisch
Verwendung: Herdenhund
Fell: kurz oder mittellang mit dichter Unterwolle
Farben: vielfältige Farbvarianten, weiß sollte nicht überwiegen
Wesen: intelligent, treu, aufgeschlossen, lernbegierig und aktiv
Pflegeaufwand: mittel
Beschäftigungsbedarf: hoch
Bewegungsbedarf: hoch

Die Lebenserwartung des Border Collies

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Border Collies liegt bei 13-16 Jahren. Für das Erreichen eines hohen Alters spielen viele Faktoren eine Rolle – leider sind nicht alle beinflussbar. Einige Möglichkeiten hat ein Besitzer aber schon, um dafür zu sorgen, dass sein Hund lange fit und gesund bleibt. Der erste wichtige Schritt ist dabei die Auswahl des Züchters. Border Collies neigen zu bestimmten Krankheiten, die zum Teil vererbt werden und die Lebenserwartung verkürzen können. Darunter fallen Fehlbildungen der Hüftgelenkspfanne, Stoffwechselstörungen, Epilepsien oder Erkrankungen der Augen. Die Gefahr einen kranken Hund zu erhalten, ist bei einem zwielichtigen Händler deutlich größer als bei einem verantwortungsvollen Züchter. Zwingend notwendig für die Gesundheit eines Border Collies sind eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung. Hier gilt es allerdings, eine vernünftige Balance zu finden: Zu wenig Erholung kann bei einem Border Collie genauso schädlich sein, wie zu wenig Bewegung.

 

Border Collies haben die Eigenart, so lange zu arbeiten, wie es von ihnen verlangt wird – selbst, wenn sie völlig erschöpft sind. Dieses Verhalten wurde ihnen angezüchtet. Wenn ein Schaf wegläuft, muss der Hund umgehend hinterher und kann sich vorher nicht erst ausruhen. Manche Besitzer interpretieren diese Eigenschaft falsch. Sie denken, ihr Border Collie sei nicht genug ausgelastet, wenn er nach stundenlangem Rennen und Toben noch weitermacht. Dabei zeigt der Hund nur nicht, wie müde er ist. Damit dein Border Collie lange gesund bleibt, solltest du auch für ausreichende Ruhephasen sorgen. Regelmäßige Impfungen und rechtzeitige Tierarztbesuche, sobald der Hund Anzeichen einer Erkrankung zeigt, können ebenfalls seine Lebenspanne verlängern. Eine Garantie für ein langes Leben gibt es jedoch nicht. Letztendlich gehört auch eine Portion Glück dazu, damit der Hund von Unfällen und schweren Krankheiten verschont bleibt. Es gibt aber durchaus Border Collies die 17 Jahre und älter werden.

Die Herkunft und Geschichte des Border Collies

Border Collies stammen aus Großbritannien – genauer gesagt aus dem Grenzgebiet zwischen England und Schottland. Daher haben sie auch ihren Namen: Border bedeutet Grenze in der englischen Sprache. Im rauen Klima Nordenglands ist für die dort lebenden Bauern die Schafzucht die wichtigste Einnahmequelle. Ihre Schafe leben fast wild in einer weitläufigen, hügeligen Landschaft. Seit vielen Jahrhunderten nutzen sie Hunde, um die riesigen Schafherden zusammenzutreiben. Etwa im 16. Jahrhundert entwickelten sich daraus Herdenhunde, die im Hüteverhalten bereits viele Gemeinsamkeiten mit dem heutigen Border Collie aufwiesen. Für die Weiterzucht wählten die Schäfer die jeweils fähigsten Tiere aus. Diese rigorose Auswahl brachte im Jahr 1893 den Rüden „Old Hemp“ hervor. Er besaß alle Qualitäten, die sich die Schäfer von einem guten Hütehund wünschten und vererbte sie an seine fast 200 Nachkommen weiter. „Old Hemp“ gilt heute als Stammvater der Border Collies.

Pflege und Ernährung des Border Collies

Außerhalb des Haarwechsels sind Border Collies recht pflegeleicht. In dieser Zeit reicht es, wenn du deinen Hund einmal die Woche gründlich durchgebürstet, damit sich

Border Collie mit zwei verschiedenen Augenfarben

im Fell keine Knoten bilden und es nicht verfilzt. Wenn der Border Collie sein Sommer- oder Winterfell bekommt, ist es notwendig, die dichte Unterwolle täglich auszubürsten. Wie alle Hunde müssen auch Border Collies regelmäßig nach Zecken oder anderen Parasiten durchsucht und gegebenenfalls von diesen befreit werden. Baden ist nur erforderlich, wenn der Hund richtig schmutzig ist. Dann solltest du dafür ein spezielles Hundeshampoo benutzen, denn Produkte für Menschen greifen das Fell an und machen es stumpf.

 

Zur Pflege des Hundes gehört auch die regelmäßige Kontrolle der Augen, Ohren und Pfoten. Hat sich Schmutz in den Augenwinkeln oder am äußeren Gehörgang gebildet, wird dieser vorsichtig mit einem feuchten Wattebausch entfernt. Bei den Pfoten solltest du auf Verletzungen an den Ballen und Krallen achten und wenn dein Hund im Winter über Streusalz läuft, ist es ratsam, seine Pfoten mit Vaseline einzucremen. Die Zähne putzen sich Hunde normalerweise selbst, indem sie ausgiebig an einem Kauknochen nagen. Nur wenn dein Border Collie unter starkem Zahnstein oder Zahnfleischentzündungen leidet, musst du mit einer Zahnbürste beim Putzen nachhelfen. Damit die Pflege nicht für alle Beteiligten zum stressvollen Erlebnis wird, ist es wichtig, dass der Hund schon als Welpe daran gewöhnt wird.

 

Border Collies sind sehr aktive Hunde und brauchen eine große Menge Energie. Daher solltest du bei der Ernährung deines Hundes auf ein hochwertiges Futter achten, das reich an Proteinen und essenziellen Fettsäuren ist. Das Futter muss den Hund mit allen Nährstoffen versorgen, die er benötigt, um fit zu bleiben. Außerdem sollten darin keine Zusatzstoffe enthalten sein, die Allergien auslösen können. Ob du zu Trocken- oder Dosenfutter greifst, ist reine Geschmacksache. Wenn es dein Hund mag und verträgt, kannst du ihm auch gekochtes Hühnerfleisch, Reis, Hüttenkäse, Erbsen oder Karotten unter das Futter mischen.

Border Collies und ihre Erziehung

Border Collies gelten als fügsam, lernbegierig und gut trainierbar. Sie möchten ihren Besitzern gefallen und alles richtig machen, was von ihnen verlangt wird. Lauter Eigenschaften, die danach klingen, als wäre die Erziehung dieser Hunde ein Klacks. Das ist sie aber nicht. Im Gegenteil: Sie stellt sogar eine ziemliche Herausforderung dar. Weil Border Collies äußerst schlaue Hunde sind, merken sie schnell, ob sie die Kommandos ihrer Besitzer wirklich ernst nehmen müssen. Sind Frauchen oder Herrchen allzu nachgiebig, nutzen Border Collies das zu ihrem Vorteil aus. Die wichtigste Erziehungsregel lautet daher: Konsequenz! Das heißt, jedes Mal, wenn dein Hund etwas richtig macht, musst du ihn sofort loben, und wenn er etwas falsch macht, musst du ihn sofort tadeln. Der Ausdruck „sofort“ ist wörtlich zu nehmen. Bereits wenige Augenblicke später verknüpft der Hund das Lob oder die Strafe nicht mehr mit seinem Handeln.

 

Eine konsequente Erziehung darf keinesfalls mit einer „harten Hand“ oder gar mit Gewalt in Verbindung gebracht werden. Diese Methoden haben in der Hundeerziehung grundsätzlich nichts verloren. Bei Border Collies können sie sogar schwerwiegende Störungen verursachen, da diese Hunde äußerst sensibel sind. Werden sie angeschrien, mit lauten Geräuschen erschreckt oder sogar geschlagen, kann es passieren, dass sie dauerhaft das Vertrauen zu ihren Menschen verlieren. Für die Erziehung der quirligen, energiegeladenen Border Collies sind Besitzer ideal, die viel Ruhe und Geduld mitbringen und eine souveräne, gelassene Ausstrahlung haben. Wer noch unsicher im Umgang mit Hütehunden ist, sollte sich anfangs Unterstützung von einem erfahrenden Halter holen oder eine gute Hundeschule besuchen.

Genies mit dem speziellen Blick – was macht die Border Collie so besonders?

Border Collie mit SchneeErst in den letzten Jahren kommen Border Collies als Familienhunde in Mode. Sie besitzen noch viele ihrer ursprünglichen Verhaltensweisen, was sie zu Hunden mit sehr besonderen Talenten und Herausforderungen macht. Als Hütehunde sind sie unschlagbar und haben eine ganz spezielle Technik entwickelt. Sie nehmen eine geduckte Körperhaltung ein, starren die Herde mit festem Blick an und bewegen sich dann gezielt vorwärts. Genau so ein Verhalten zeigen Wölfe, kurz bevor sie ihre Beute reißen. Auch bei den Border Collies ist das ein Jagdverhalten, allerdings haben sie gelernt, auf das abschließende Zubeißen zu verzichten. Bei Schafen oder anderen Herdentieren löst dieses Anstarren und Vorwärtsdrängen einen instinktiven Fluchtreflex aus. Diesen macht sich der Border Collie zunutze und schafft es so, die Herde in jede gewünschte Richtung zu lenken. Das Hüten mit Blicken wird auch „Auge zeigen“ genannt. Zusätzlich besitzen Border Collies einen richtigen Sinn für Schafe und erahnen, was diese Tiere im nächsten Moment machen werden.

Bekannt sind die Border Collies vor allem für ihre herausragende Intelligenz und ihre unbändige Arbeitsfreude. Diese Eigenschaften haben aber eine Kehrseite: Border Collies müssen mental und körperlich gefordert werden. Haben sie keine Aufgabe, suchen sie sich selbst eine und das kann unangenehme Folgen haben. Einige Hunde zerlegen dann Wohnungseinrichtungen, andere versuchen alles zu hüten, was ihnen vor die Nase kommt: fahrende Autos, spielende Kinder oder Artgenossen. In der Hundesprache gilt der fixierende Blick der Border Collies allerdings als Drohgebärde und Artgenossen fühlen sich dadurch provoziert. In schlimmen Fällen leiden Border Collies so stark an der Unterforderung, dass sie sich selbst verletzen oder Menschen gegenüber aggressiv werden und beißen.

 

Gibt es keine Herde zu hüten, ist es nötig, eine alternative Beschäftigung für den Border Collie zu finden. Was das sein kann, hängt von den einzelnen Hunden ab. Jeder hat eigene Vorlieben und Neigungen. Es gibt Border Collies, die mit ihren Besitzern in Seniorenheime gehen oder mit behinderten Menschen arbeiten. Auch ein Job als Spürhund ist möglich. Mit ihrer feinen Nase können sie beinahe alles erschnüffeln: Drogen, Schimmelpilze, Bettwanzen oder vermissten Personen suchen. Viele Halter von Border Collies schwören auf Hundesport als Beschäftigung für ihre Tiere. Beispiele für diese Sportarten sind Agility und Dogdancing. Beim Agility müssen die Hunde einen Parcour mit verschiedenen Hindernissen innerhalb einer bestimmten Zeit überwinden. Im Dogdancing führen sie gemeinsam mit ihren Menschen zur Musik passende Bewegungen auf. Gefällt einem Border Collie seine Aufgabe, ist er mit Begeisterung und großem Lerneifer bei der Sache. Er zeigt dann keine störenden Verhaltensmuster, sondern ist ausgeglichen und freundlich. Zufriedene Border Collies sind ausgesprochen treue und faszinierende Hunde, die mit ihren Menschen durch dick und dünn gehen.

Der Border Collie in der Zucht

Obwohl die Zucht von Hütehunden in Großbritannien eine lange Tradition hat und schon vor Jahrhunderten Hunde beschrieben wurden, die dem heutigen Border Collie ähnelten, ist die eigentliche Rasse noch sehr jung. Zum ersten Mal erwähnt wurde ihr Name 1915 von James Reid, dem damaligen Geschäftsführer der International Sheep Dog Society. Das Erscheinungsbild der Border Collies spielte zu dieser Zeit für die Auswahl der Zuchthunde kaum eine Rolle. Viel wichtiger war ihr Talent zum Hüten der Schafe. Erst 1976 wurden die Border Collies offiziell als Rasse vom British Kennel Club anerkannt und Standards für ihr Aussehen und ihre Charaktereigenschaften festgelegt. Weil der Border Collie immer beliebter wird und viele Besitzer keine Schafzüchter sind, gibt es seit einigen Jahren zwei Zuchtlinien. Neben der Linie als Arbeits- und Hütehunde, gibt es eine Zuchtlinie für Show Border Collies. Bei diesen Hunden sollen die positiven Eigenschaften erhalten bleiben, der Hütetrieb jedoch herausgezüchtet werden. Es ist zu früh, um zu sagen, ob das langfristig gelingt. Möglicherweise verändert sich der Charakter der Border Collies dadurch auch stark. Es gibt allerdings jetzt schon viele Hunde, die nur noch einen sehr geringen Drang zum Hüten haben. Manche Border Collies können mit Schafen bereits gar nichts mehr anfangen. Weniger anspruchsvoll sind diese Hunde jedoch nicht. Sie benötigen ebenfalls eine ausreichende und sinnvolle Beschäftigung.

Border Collies im Vergleich mit anderen Hunderassen

Abschließend werden wir den Border Collie mit zwei anderen Hunderassen vergleichen.

Border Collie und Kangal

Auch der aus der Türkei stammende Kangal ist ein Hütehund und wie der Border Collie für die Arbeit mit Schafen gezüchtet. Die Aufgaben der Hunde sind jedoch unterschiedlich: Während der Border Collie dafür zuständig ist, die Schafe zu treiben und entlaufende Schafe zurückzubringen, ist der Kangal der Beschützer der Herde und verteidigt sie vor Feinden. Kangals sind wahre Riesen unter den Hunden und können bis zu 85 cm hoch werden. Mit ihrem kräftigen, massigen Körper treten sie mutig jedem Angreifer entgegen und nehmen den Kampf gegen Wölfe auf. Im Gegensatz zum Border Collie, der seinem Schäfer blind gehorcht und dessen Kommandos befolgt, arbeiten Kangals völlig eigenständig. Sie können allein bei der Herde gelassen werden und beschützen diese mit Leib und Leben. Dies macht sie zu sehr selbstbewussten und dominanten Hunden. Sich einem Menschen zu unterwerfen und dessen Befehle auszuführen, liegt nur begrenzt in ihrer Natur. Ein Border Collie hingegen, dient seinem Menschen gern und bemüht sich eifrig, dessen Anweisungen zu befolgen. Bei allen Unterschieden gibt es eine traurige Gemeinsamkeit: Die Hunde beider Rassen wurden für eine spezielle Arbeit gezüchtet und möchten dieser Aufgabe nachkommen. Leider werden sie häufig unter Bedingungen gehalten, die ihrem Wesen nicht gerecht werden. Dies führt bei beiden zu Verhaltensauffälligkeiten, die in Aggressionen und Beißattacken enden können. Du solltest dir niemals einen Hund aus diesen Rassen zulegen, wenn du nicht sicher bist, dass du seinen Bedürfnissen gerecht werden kannst.

Border Collie und Mops

Während der Border Collie als Arbeitshund hohe Ansprüche an seine Menschen stellt, ist der Mops ein eher genügsames Tier. Er wurde für keine spezielle Aufgabe gezüchtet, sein Zweck ist es vielmehr, die Menschen zu begleiten. Mit etwa 30 cm Körperhöhe sind Möpse kleiner als Border Collies und haben ein sehr charakteristisches Äußeres. Ihr Körper ist gedrungen, beinahe quadratisch und sie haben eine sehr flache Nase. Das verleiht ihnen einen etwas mürrischen Gesichtsausdruck. Auch der Mops geht gern Spazieren und mag es, wenn seine Besitzer mit ihm spielen. Im Gegensatz zum Border Collie hat er aber einen deutlich geringeren Bewegungsbedarf. Genau wie der Border Collie gilt der Mops als sehr intelligent und sensibel. Durch den engen Bezug zu seinem Menschen reagiert er auf alle Stimmungsschwankungen. Möpse sind sehr freundliche, anhängliche Hunde, die einfach zu halten sind und sich auch in kleiner Wohnung wohlfühlen.