Rottweiler

Inhaltsverzeichnis

  1. Für wen eignet er sich?
  2. Vorstellung
  3. Lebenserwartung des Hundes und wie sie sich beeinflussen lässt
  4. Herkunft und Geschichte
  5. Pflegeaufwand
  6. Erziehung
  7. Was macht ihn aus?
  8. Zum Züchten
  9. Andere Hunderassen im Vergleich

Für wen eignet sich ein Rottweiler?

Rottweiler gehören zu den Gebrauchshunderassen und wurden ursprünglich als Hüte- und Treibhunde eingesetzt. Aufgrund ihres achtsamen Wesens, ihrer schnellen Reaktionsfähigkeit, ihrer Unerschrockenheit, ihrer Selbstsicherheit und ihres kräftigen Körperbaus eignen sich Rottweiler als Schutzhunde und finden daher Verwendung im Polizei- und Wachdienst.

Die Fédération Cynologique Internationale beschreibt die Hunderasse als freundlich, friedlich, kinderliebend, anhänglich und gehorsam.
Dazu bedarf es jedoch einer konsequenten, artgerechten Erziehung. Rottweiler sind arbeitsfreudig und brauchen Aufgaben sowie entsprechende Beschäftigung. Sie lassen sich bei Berücksichtigung ihrer Wesensart als Familienhunde halten.

Der Rasse wurde in unabhängigen wissenschaftlichen Untersuchungen in den USA, der Schweiz und der Bundesrepublik Auffälligkeit durch Beißvorfälle nachgewiesen.
Dies führte dazu, dass Rottweiler in einigen deutschen Bundesländern als Listenhunde geführt werden. Ihre Haltung ist daher mit bestimmten Auflagen verbunden: Die Tiere müssen einen Wesenstest absolvieren, die Fähigkeit zur Haltung muss durch den Besitzer nachgewiesen werden.

Als Hundehalter solltest Du über Erfahrung, entsprechende Charaktereigenschaften und Autorität verfügen um dem selbstbewussten, kraftvollen Wesen des Rottweilers gerecht zu werden. Ein Rottweiler ist stark auf sein Rudel und dessen Anführer fixiert. Hier gilt es durch umsichtiges Verhalten und Disziplin einem möglichen Fehlverhalten des Hundes rechtzeitig entgegenzuwirken.

Wie bei allen Hunden müssen ausreichend Zeit und Raum sowie entsprechende finanzielle Mittel für Ernährung und Tierarzt zur Verfügung stehen. Rottweiler benötigen viel Auslauf und Platz. Am günstigsten sind daher Haus und Garten im ländlichen Raum.

Vorstellung des Rottweilers

Der Rottweiler ist vom Wesen her ausgeglichen, friedlich, kinder

Rottweiler

Bild eines Rottweilers

lieb und freundlich. Gleichzeitig verfügt er über Nervenfestigkeit,

Unerschrockenheit, Aufmerksamkeit und Mut. Er tritt sehr selbstsicher auf, lässt sich bei konsequenter Erziehung gut führen, ist arbeitsam und entwickelt bei guter Erziehung und Haltung Gehorsam und Anhänglichkeit.

Der Rottweiler zählt zu den mittelgroßen bis großen Hunderassen. Rüden erreichen bei einem Gewicht von ca. 50 Kilogramm, in der Regel eine Widerristhöhe von 61 bis 68 cm. Kleine Tiere bis 62 cm. Hündinnen sind mit 56 bis 63 cm etwas kleiner als ihre männlichen Artgenossen und wiegen, je nach Größe, ca. 42 Kilogramm.

Der urwüchsige Hund wirkt stämmig und imposant. Seine muskulöse, gedrungene Gestalt verweist auf Kraft, Ausdauer und Wendigkeit. Zuchtziel ist ein kraftvoller Hund dunkler Färbung mit rotbraunen, deutlich abgegrenzten Abzeichen, der als Gebrauchs-, Begleit- und Diensthund eingesetzt werden kann:

• mittellanger Schädel mit kräftigem Gebiss, bei dem die oberen Schneidezähne
scherenartig über die untere Zahnleiste greifen
• fest anliegende, dunkle Lefzen
• fest anliegende Schädelhaut, die bei Angespanntheit leichte Stirnfalten bildet
• ausgeprägte Jochbögen
• breiter, schwarzer Nasenschwamm mit eher großen Öffnungen
• mittelgroße, mandelförmige, tiefbraune Augen
• mittelgroße, hoch angesetzte, weit von einander stehende, anliegende Ohren
kräftige Hals- und Nackenpartie
kräftiger, muskulöser Körper mit breiter Brust und naturbelassener Rute
• trabende, harmonische Bewegung im Lauf und sicherer Tritt
• mittellanges Deckhaar mit Unterwolle, an den Hinterläufen etwas länger

Als Erbkrankheiten können auftreten:

• Herzvenenverengung (Herzgeräusche, Kurzatmigkeit, Zahnfleischblässe,
Leistungsabfall)
• Neigung zu degenerativer Rückenmarkentzündung (stockendes Laufen, Schonhaltung,
Berührungsempfindlichkeit im Rückenbereich)
• Ellbogengelenksdysplasie (zeigt sich durch plötzliche Lahmheit in den vorderen
Läufen)
• Schilddrüsenunterfunktion (diffuse Symptome; u.a. Entzündungsneigung, starkes
Haaren, erhöhtes Wärmebedürfnis)
• Hüftgelenkdysplasie (Fehlstellung der Hüftgelenke, mit starken Schmerzen
verbunden)
• Osteochondrose (vor allem jüngere Rottweiler – Störung beim Knochenaufbau mit
Lahmheit und Schmerzen verbunden)

Daher solltest Du unbedingt bei seriösen, im ADRK e.V. eingetragenen Züchtern kaufen und die Gesundheit der Elterntiere gründlich überprüfen.

Lebenserwartung des Hundes und wie sie sich beeinflussen lässt

Wie viele großwüchsige Hunderassen werden auch Rottweiler nicht sehr alt. Ihre Lebenserwartung liegt in der Regel bei acht bis zehn Jahren. Dank sorgfältiger Zucht zeichnet sich eine Erhöhung der Lebenserwartung auf bis zu zwölf Jahre ab.

Die verhältnismäßig kurze Lebenszeit liegt in der größenbedingten Beanspruchung des Bewegungsapparates begründet. Es kommt früher als bei kleinen Hunderassen zu Verschleißerscheinungen der Gelenke. Ab etwa sechs Jahren gelten Rottweiler als Senioren.

Aufzucht, Haltung und Vorsorge spielen eine wesentliche Rolle bei der Verlängerung der Lebenserwartung von Rottweilern.

Du solltest Dein Tier nur bei einem seriösen Züchter erwerben, um Erbkrankheiten, die das Leben Deines Lieblings verkürzen können, zu vermeiden.

Wichtig ist eine gesunde Aufzucht mit qualitativ hochwertigem Futter, ausreichend Bewegung und Beschäftigung sowie den für den Welpen notwendigen Ruhezeiten. So schaffst Du alle Voraussetzungen, damit sich Dein Welpe körperlich und geistig gesund entwickelt.

Das ausgewachsene Tier benötigt neben ausreichender Bewegung auch soziale Kontakte zu Menschen und anderen Hunden sowie geistige Beschäftigung. Der Rottweiler ist kein Zwingerhund. Er vereinsamt, wird traurig und depressiv. Manche Tiere neigen bei Zwingerhaltung auch zu Aggressionen.

Wichtig bleibt die Futterfrage. Ausreichend Mineralstoffe und Vitamine bietet das Barfen. Rottweiler schauen oft enttäuscht nach ihrer Mahlzeit drein und hätten gerne mehr. Lass’ Dich nicht täuschen. Ein Rotti darf keinesfalls überfüttert werden. Bei seiner Größe wäre Fettleibigkeit fatal. Seine Tagesration muss seinem Alter, seiner Größe, seinem Leistungsverhalten und Bewegungsvolumen angepasst sein. Wichtig ist gerade auch für ältere Hunde und in den Sommermonaten durchgängig frisches Trinkwasser.

Wie bei allen Haustieren sind Hygiene und Sicherheit in Haus und Garten wichtig: Putzmittel, Dünger u. ä. dürfen nicht zugänglich sein. Stromkabel müssen gesichert sein, Mülleimer verschlossen, Essensreste unzugänglich verwahrt. Die Grundstücksgrenzen sollten ein Entlaufen verhindern.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt und jährliche Schutzimpfungen sind eine gute Basis für ein langes, sorgenfreies Hundeleben. Beobachtest Du Veränderungen an Deinem Hund (Schwellungen, Wunden, Parasiten, verändertes Verhalten, …) solltest Du rasch handeln.

Herkunft und Geschichte des Rottweilers

RottweilerRottweiler wurden ursprünglich als Treibe- und Hütehunde genutzt. Ihre Herkunft reicht bis in die Antike zurück. Als Begleithunde römischer Legionen kamen sie über die Alpen und vermischten sich mit den hiesigen Rassen im Raum um Rottweil. Die gute Verkehrslage bot sich für eine Civitas an, so dass bald ein prosperierendes Handelszentrum entstand, in dem auch der frühe Rottweiler seinen Platz als Schutzhund fand.

Seine Aufgaben bestanden vor allem in der Verteidigung, im Schutz von Eigentum und Herrschaft sowie im Bewachen und Treiben von Großviehherden. Die wachsamen, ausdauernden und intelligenten Hunde waren unabdingbar und wurden daher sorgsam nach dem Abzug der Römer weiterhin kultiviert. Bald setzte sich die an der Herkunft orientierte Bezeichnung „Rottweiler Metzgerhund“ durch.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Hunderassen für den Polizeidienst überprüft. Die hervorragenden Eigenschaften des Rottweilers prädestinierten ihn auch für diese Dienstform, so dass er ab 1910 offiziell als Polizeihund anerkannt wurde.

Pflegeaufwand

Generell benötigt jeder Hund Pflege, die bei einiger Routine zeitlich gut in den Tagesablauf eingebaut werden kann.

Rottweiler sind kurzfellig. Die Fellpflege ist daher nicht sehr zeitaufwendig, muss jedoch auch regelmäßig und sorgfältig erfolgen. Am besten verwendest Du eine handelsübliche Hundebürste oder Noppenhandschuhe aus dem Zoofachgeschäft. Der Hund kann täglich gebürstet werden. Das regt den Kreislauf und die Durchblutung der Haut an. Zudem wird in der Fellwechselzeit das spontane Haaren eingeschränkt.
Während des Bürstens kannst Du Deinen Hund gleich auf Zeckenbefall, Lästlinge und Verletzungen untersuchen. Grobe Verunreinigungen entfernst Du mit lauwarmem Wasser.

Dein Hund sollte nur notfalls gebadet werden. Dafür nutzt Du spezielle Hundeshampoos, die nach dem Einseifen wieder gründlich ausgespült werden müssen. Das Baden in der Wanne mögen viele Hunde nicht. Das Abspritzen mit dem Gartenschlauch lieben sie oft. Gib Deinem Hund Zeit zum Ausschütteln seines Fells und reibe ihn liebevoll mit einem Handtuch ab.

Nach jedem Spaziergang solltest Du Deinen Vierbeiner einmal kurz untersuchen.

Die Ohren sind auch beim Rottweiler speziell und benötigen regelmäßige Pflege. Hier setzt sich leicht Schmutz fest und es kann zu chronischen Entzündungen kommen. Mit einem weichen Tuch kannst Du die Ohren vorsichtig reinigen. Beim Tierarzt kannst Du Dich über entsprechende, regelmäßig anzuwendende, prophylaktisch wirkende Pflegeprodukte informieren.

Die Augen solltest Du am besten morgens einmal mit einem weichen Einmaltuch reinigen. Folge dem Tränenkanal und streiche vorsichtig zur Nase hin. Dabei vermeide ein zu starkes Reiben, das die Augen reizen könnte. Bei stärkeren Verkrustungen hilft etwas lauwarmer Schwarzer Tee zum Einweichen und Abtupfen.

Auch Rottweiler neigen zu Zahnstein, daher solltest Du Deinen Hund an regelmäßige Zahnpflege gewöhnen. Neben den einschlägigen Kauknochen hilft tatsächlich Zähneputzen mit spezieller Hundezahnpasta. Dafür gibt es auch Ultraschallzahnbürsten, die Zahnstein effektiv und schmerzfrei entfernen.

Achte auf die Pfotenpflege damit sich keine schmerzhaften Wunden bilden. Überpflege die Pfoten jedoch auch nicht durch zu häufiges Eincremen.

Den Tierarzt solltest Du mindestens zwei Mal im Jahr aufsuchen. Frühjahr und Herbst empfehlen sich. Hier kann geschaut werden, in welchem Gesamtzustand sich Dein Tier befindet, ob Hinweise zur Fütterung notwendig sind, welche Schutzimpfungen anstehen. Welpen und ältere Tier müssen gegebenenfalls öfter vorgestellt werden. Bei allen Auffälligkeiten solltest Du ebenfalls schnell reagieren, damit zügig eine Diagnose erfolgt und weitere Schritte besprochen werden können.

Gefüttert wird individuell nach Größe, Geschlecht, Alter und Gesundheitszustand. Ein Überfüttern von Rottweilern ist unbedingt zu vermeiden.

Erziehung

Rottweiler sind große, durchsetzungsstarke Hunde, die einer konsequenten, liebevollen Erziehung bedürfen. In bestimmten Bundesländern werden sie als Listenhunde geführt und müssen sich einem Wesenstest unterziehen. Von daher ist die Erziehung des Hundes für Dich als Halter und für Dein Tier ganz besonders notwendig.

Rottweiler sind intelligent und lernen gerne. Beim Züchter solltest Du unbedingt die Eltern Deines zukünftigen Hundes kennenlernen. Zuchtziel ist u.a., dass die Tiere nicht aggressiv sein dürfen. Achte darauf, ob die Hunde frei im Gelände laufen, wo sie untergebracht sind, wie sie sich Fremden, Kindern, Katzen, anderen Hunden gegenüber verhalten. Der Rottweiler ist kein Zwingerhund.

Die Welpen sollten gut sozialisiert aufwachsen und freundlich mit ihrer Umgebung bekannt gemacht werden. Suche frühzeitig Kontakt zum Züchter und besuche Deinen zukünftigen Hund, damit er Dich kennenlernt und Du siehst, wie er sich in den ersten Wochen entwickelt.

Jeder Rottweiler sollte eine Hundeschule besuchen. Gerade bei diesen muskulösen, kräftigen Tieren sind Grundgehorsam und Sozialtraining unabdingbar. In der Hundeschule lernt nicht nur Dein Hund, hier lernst Du auch, wie Du Dich als Hundehalter zu verhalten hast.

Rottweiler benötigen neben ihrem Ausgang, soziale Kontakte und regelmäßige, sinnvolle Beschäftigung. Dein Hund ist arbeitsam und möchte etwas zu tun bekommen. Du musst Dich jeden Tag wenigstens eine Stunde neben der Ausgangszeit direkt mit ihm beschäftigen und mit ihm spielen. Wer die Möglichkeit hat, sollte mit dem Hund zum Beispiel einer Rettungshundestaffel beitreten. Der Hund wird gefördert, ist sozialisiert und hat eine Aufgabe, die ihn erfüllt.

Was macht den Rottweiler aus?

Rottweiler laufendDer Rottweiler wurde über Generationen als Hüte-, Schutz-, Wach- und Arbeitshund gezüchtet und erzogen. Vom Grundwesen ist er dabei friedlich, freundlich und auf sein Rudel bezogen.
Wichtig für den Rottweiler ist ein durchsetzungsfähiger, erfahrener Halter, der dem Tier Führung gibt.

Rottweiler sind dienstwillig und arbeitsam. Das hat sich seit ihrem Einsatz bei den römischen Legionen und auf den Viehmärkten der mittelalterlichen Handelszentren so gehalten. Selbstsicherheit, Mut und Aufmerksamkeit sind Eigenschaften, die auch heute von Züchtern und Liebhabern geschätzt werden. Seine Unerschrockenheit sichert dem Rottweiler seinen Platz bei Wach-und Schutzaufgaben.

Der Hund reagiert blitzschnell und verteidigt Rudel und Revier mit ganzem Einsatz.
Vorsätzlich ist das Tier nicht angriffslustig oder aggressiv. Haltungs- und Erziehungsfehler können jedoch dazu führen. Wichtig für den Hund sind Kontrolle und Sachverstand eines erfahrenen Hundehalters.

Rottweiler sind treu, liebevoll und auch liebebedürftig. Sie benötigen Anschluss und soziale Kontakte. Die Hunderasse eignet sich nicht zur Zwingerhaltung.

Sport und Bewegung werden von den Hunden geschätzt und garantieren die Ausgeglichenheit des Rottis. Gerade beim Spiel mit Kindern sollte jedoch immer ein erfahrener Erwachsener zugegen sein, der das impulsive Temperament des muskulösen, kräftigen Hundes zu beherrschen weiß.

Fremden gegenüber verhält sich der Rottweiler reserviert und zurückhaltend. Das zeichnet sich ihn als Diensthund aus. Neben der Tätigkeit beim Grenz-, Polizei- und Wachschutz haben sich Rottweiler als Blinden- und Fährtenhunde bewährt. Der Hund muss jedoch von Anfang an ausnahmslos kontrolliert und kompromisslos, wenn auch liebevoll, geführt werden. Der vom Wesen her gutmütige, anhängliche und treue Rottweiler benötigt vor allem Kontinuität, Konsequenz und Geduld in der Haltung, damit sein ausgeprägter Schutz- und Territorialtrieb kontrolliert wird.

Zum Züchten von Rottweilern

Wer sich mit dem Gedanken an eine eigene Zucht trägt, sollte vorab gut überlegen, mit welchen Herausforderungen und mit welcher Verantwortung das Züchten allgemein und das Züchten von Rottweilern im Besonderen verbunden sind.

Das wilde Züchten von Modehunden bringt viel Leid und Schaden mit sich. Das schnelle Geld lässt sich mit verantwortungslosen Würfen nicht verdienen.
Wer in Deutschland artgerecht Rottweiler züchten will, muss Mitglied im Allgemeinen Deutschen Rottweiler Klub e.V. (ADRK) sein. Mit der Mitgliedschaft sind bestimmte Anforderungen und Auflagen verbunden, die die Gesundheit und den Bestand der Hunderasse sichern.

Eingetragene Zuchtstätten sind vom ADRK besichtigt und genehmigt worden. Außerdem musst Du ein Schulungsseminar zur Hundezucht absolvieren. Die Anforderungen an die Zuchttiere müssen erfüllt sein. Es gibt fünf verschiedene Klassen von Zuchten:

• die einfache Zucht (ein Elterntier besitzt ein Ausbildungskennzeichen)
• die Gebrauchshundezucht (beide Elterntiere haben ein Ausbildungskennzeichen)
• die Leistungszucht (Ausbildungskennzeichen liegen bei Eltern und Großeltern
vor)
• die Körzucht (beide Eltern sind angekört)
• die Kör- und Leistungszucht (Eltern angekört, Großeltern mit
Ausbildungskennzeichen)

Grundsätzlich werden die Würfe von Tierarzt und Zuchtwart begutachtet und eingetragen. Vor dem Deckakt muss die Zulässigkeit der Paarung geprüft worden sein.

Die Zucht unterliegt somit Auflagen, die eine kontinuierliche Prüfung einschließen, um Zuchtfehler und Erbkrankheiten zu vermeiden. Das alles ist mit immensen Kosten verknüpft. Sowohl für die amtlichen Eintragungen als auch für die notwendigen Überprüfungen durch Tierarzt und Zuchtwart sind Gebühren fällig. Hinzu kommen die Kosten, die mit der Geburt, der Pflege und Aufzucht der Welpen verbunden sind.
Für eine Zucht solltest Du Dich erst nach genauer Prüfung Deiner eigenen, auch perspektivischen Situation entscheiden.

Andere Hunderassen im Vergleich

Vergleich mit dem Labrador

Wenn Du einen Spielgefährten und ausgesprochenen Familienhund suchst, so ist der Labrador dem Rottweiler vorzuziehen. Der mittelgroße freundliche, sportliche Hund (Labrador-Rüden erreichen etwa eine Widerristhöhe von 56 bis 57 cm groß, Hündinnen sind etwas kleiner)ist kleiner und leichter als der typische Rottweiler. Auch der Labrador ist kräftig gebaut, wirkt jedoch weniger muskulös. Labradore wurden als Jagd- und Apportierhunde gezüchtet. Die Farben reichen von schwarz, gelb bis schokoladenbraun. Ihre Lebenserwartung liegt etwas höher als beim Rottweiler. Im Schnitt werden Labradore etwa vierzehn Jahre alt.

Labradore sind aufgeschlossene und neugierige Hunde, die sich gut als Begleitung für sportliche Menschen und Familien eignen. Auch Labradore benötigen Beschäftigung und Aufmerksamkeit. Sie lassen sich gut erziehen. Auch hier sollte freundliche Konsequenz walten, damit sich keine unerwünschten Verhaltensweisen entwickeln. Als Wach- und Schutzhunde sind Labradore, im Gegensatz zum Rottweiler, nicht geeignet.

Vergleich mit dem Dobermann

Der Dobermann stammt, wie der Rottweiler von den Molossoiden, ab und gehört mit einer Widerristhöhe von 68 bis 72 cm gleichfalls zu den mittelgroßen bis großen Hunderassen. Seine Lebenserwartung liegt daher im Durchschnitt auch nur bei etwa dreizehn Jahren.

Der Dobermann gehört ebenso zu den Gebrauchshunderassen. Auch er findet Verwendung als Diensthund bei Polizei, Grenzschutz und Bundeswehr, wird als Schutz- und Wachhund eingesetzt. Darüberhinaus findest Du Dobermänner als Rettungs- und Blindenführhunde. Sogar als Therapiehunde lassen sich Dobermänner ausbilden.

Auch der Dobermann wird teilweise als Listenhund geführt. In seinem Wesen entspricht er in etwa dem Charakter des Rottweilers. Er gilt als anhänglich, treu und kinderlieb. Intelligenz, Wachsamkeit, Unerschrockenheit und Selbstsicherheit sowie eine mittlere Schärfe zeichnen ihn aus. Auch er bedarf daher einer erfahrenen, konsequenten Führung.

Vergleich mit der Englischen Bulldogge

Wenn Du es eher gemütlicher magst und gleichzeitig einen imposanten, einschüchternden Gefährten an Deiner Seite haben möchtest, empfiehlt sich eine Englische Bulldogge.

Die liebenswerten Hunde verfügen über ein ausgeglichenes Wesen und eine sehr moderate, anhängliche Natur. Sie sind keine Jogging-Hunde, wollen aber auch beschäftigt werden und erwarten Zuneigung. Ursprünglich stammen auch sie von den Molossern ab und wurden als Bullenbeißer und Kampfhunde gezüchtet. Diese Wesenszüge haben sich jedoch zurückgebildet und treten in der Zucht nicht mehr hervor.

Englische Bulldoggen sind intelligent und mutig, lassen sich jedoch nicht ganz leicht erziehen. Wer absoluten Gehorsam erwartet, sollte sich für einen anderen Hund entscheiden. Dennoch ist die Bulldogge durchaus folgsam und treu. Bullis sind im Vergleich zu Rottis eher klein: ihre Widerristhöhe liegt durchschnittlich bei 40 cm.

Aufgrund ihres speziellen Körperbaus haben diese treuen Vierbeiner nur eine Lebenserwartung von durchschnittlich zehn Jahren. In der Zucht steht die Erhaltung der Rasse und ihre Gesundung im Vordergrund. Überzüchteten Tieren mit zu großen Köpfen, zu flachen Nasen und zu starkem Faltenwurf, die von Anbeginn mit Atem-, Herz- und Kreislaufbeschwerden zu kämpfen haben, soll so entgegengewirkt werden.